Medikamentenkauf im Internet: welche Garantien, welche Risiken?
Medikamente online bestellen birgt Risiken

Medikamentenkauf im Internet: welche Garantien, welche Risiken?

Es ist heute möglich, Medikamente im Internet über virtuelle Apotheken zu kaufen. Die geringeren Kosten, die Zeitersparnis, die Diskretion für den Käufer sind zweifelsohne attraktive Argumente. Aber welche Garantien haben Sie für die Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit der Medikamente, die Sie online bestellen? Dieser Artikel gibt Ihnen einige Tipps, wie Sie vermeiden können, Ihre Gesundheit und sogar Ihr Leben zu gefährden.

Medikamente haben einen besonderen Status

Medizin ist kein Konsumgut wie jedes andere. Von der Herstellung bis zur Ankunft in den Apotheken wird es von den Gesundheitsbehörden kontrolliert, um seine Qualität zu gewährleisten.

Bevor ein Arzneimittel zum Verkauf zugelassen wird, muss es seine Wirksamkeit und Unbedenklichkeit durch wissenschaftliche Studien belegen. Dazu muss jeder, der ein Arzneimittel in Europa in Verkehr bringen will, bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) einen Antrag auf Zulassung stellen.

Entsprechend streng ist das Medizinrecht und unterscheidet sich damit von anderen Rechtsbereichen wie beispielsweise dem Arbeitsrecht oder dem Baurecht.

Nur Medikamente mit einer Zulassung können vermarktet werden

Das Arzneimittelmonopol bedeutet, dass nur qualifizierte Apotheker Arzneimittel an Patienten abgeben dürfen, um deren Sicherheit zu gewährleisten (Abgabe, Lagerung, Prüfung auf Wechselwirkungen mit anderen eingenommenen Arzneimitteln, angemessene Beratung usw.).

In jedem Fall ist neben dem erwarteten Nutzen bei der Einnahme eines Arzneimittels (Behandlung oder Vorbeugung einer Krankheit) das Auftreten von unerwünschten Wirkungen immer möglich (deren Auflistung findet sich in der Packungsbeilage eines jeden Arzneimittels), was bedeutet, dass das Arzneimittel kein unbedeutendes Produkt ist.

Einige verschreibungspflichtige Medikamente sind rezeptpflichtig, andere, die als weniger gefährlich gelten, werden als fakultativ verschreibungspflichtige Medikamente bezeichnet und sind für die Abgabe durch einen Apotheker nicht rezeptpflichtig. Die letztgenannte Kategorie entspricht den sogenannten Selbstmedikationsmitteln.

Welche Medikamente kann man in Deutschland im Internet kaufen?

Seit einigen Jahren ist in Deutschland der Online-Verkauf von bestimmten Medikamenten unter zwei Hauptbedingungen erlaubt:

  • Es handelt sich nur um Medikamente, die ohne Rezept bezogen werden können.
  • Eine Online-Apotheke muss obligatorisch mit einer einzigen physischen Apotheke verbunden sein, die die vorherige Zustimmung der regionalen Gesundheitsämter erhalten hat, von der sie abhängig ist.

In der Europäischen Union darf eine natürliche oder juristische Person, die über eine gesetzliche Erlaubnis zum Verkauf von Arzneimitteln in einem Mitgliedstaat verfügt, nur verschreibungspflichtige und in Deutschland zugelassene Arzneimittel zum Verkauf anbieten, wenn sie sich an eine Person mit Wohnsitz in Deutschland richtet.

Der Online-Kauf von Medikamenten außerhalb der Europäischen Union ist illegal!

Auf welchen Seiten kann man seine Medikamente sicher kaufen?

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden sind 96 % der Online-Apotheken illegal. Diese Seiten sind offenbar recht seriös, und um die Verbraucher zu täuschen, verwenden einige von ihnen alte Adressen von der Website einer legalen Apotheke. Dieser Vorgang wird als „Cybersquatting“ bezeichnet.

In Deutschland können nur zugelassene und niedergelassene Apotheker eine E-Commerce-Tätigkeit für Medikamente ausüben. Jede Online-Apotheke muss mit einer physischen Apotheke verbunden sein und eine vorherige Genehmigung vom zuständigen Gesundheitsamt erhalten haben.

In der Europäischen Union muss auf Websites, die Medikamente online verkaufen, ein für alle EU-Mitgliedsstaaten einheitliches Logo angebracht werden. Dieses Logo soll im gesamten europäischen Raum erkennbar sein und dem potenziellen Käufer die Möglichkeit geben, zu überprüfen, ob die betreffende Website auf der Liste der für die Tätigkeit des elektronischen Handels mit Arzneimitteln zugelassenen Websites steht.

Darüber hinaus müssen sowohl in Deutschland als auch in den anderen Ländern der Europäischen Union bestimmte technische Daten obligatorisch auf der Website erscheinen, wie z. B. die Identifikation und die Kontaktdaten des für die Website verantwortlichen Apothekers. Außerdem gibt es Warnsysteme, wenn die angeforderten Mengen die zugelassenen Dosen überschreiten. Schließlich ist es immer möglich, eine Frage zu stellen oder vom Apotheker telefonisch zurückgerufen zu werden.

Vorsicht vor Fälschungen!

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass ca. 50 % der im Internet verkauften Medikamente gefälscht oder nicht zugelassen sind.

Ein gefälschtes Medikament kann eine andere Zusammensetzung als das Originalmedikament haben (Überdosierung, Unterdosierung, Fehlen des Wirkstoffs oder Vorhandensein von toxischen Substanzen).
Ein nicht zugelassenes Arzneimittel ist ein Arzneimittel, das keine von den Gesundheitsbehörden erteilte Genehmigung für das Inverkehrbringen erhalten hat (der erbrachte Nutzen wird als geringer erachtet als das damit verbundene Risiko).

Gefälschte Arzneimittel stammen überwiegend aus Ländern, die auch legale Hersteller sind, wie Indien und China, und sind ohne geeignete Analysegeräte kaum vom Originalpräparat zu unterscheiden. Die vom Zoll beschlagnahmten Arzneimittelklassen sind sehr vielfältig: Neben Medikamenten zur erektilen Dysfunktion (Viagra (Sildenafil), Cialis (Tadalafil)) gibt es auch Grundbedarfsartikel wie entzündungshemmende Medikamente, Antibiotika, Antidiabetika und Malariamittel. Auch Krebsmedikamente wurden schon gefälscht. Sinnvoller und sicherer als Potenzmittel aus fragwürdiger Herkunft ist es, einen guten Arzt aufzusuchen. Impotenz.net liefert hier Adressen der größten urologischen Kliniken Deutschlands.

Diese Pharmakriminalität kann also potenziell jede Art von Medikament betreffen und mitunter dramatische Folgen haben (Verzögerung der Versorgung, Verlust von Chancen, Nachwirkungen, Tod).

Der Kampf gegen diese ständig zunehmende Cyberkriminalität ist ein internationales Anliegen, und der Verkauf dieser Medikamente über illegale Seiten wird als Bedrohung für die weltweite öffentliche Gesundheit erkannt. Die Europäische Union hat Texte verabschiedet, die sicherstellen sollen, dass solche Verbrechen dem Strafrecht unterliegen (Medicrime Convention) und den Vertriebskreislauf, insbesondere im Internet, sichern (Richtlinie 2011/62/EU).

Fazit

Der Online-Verkauf von Arzneimitteln ist in Deutschland und in der Europäischen Union stark reguliert, mit dem Hauptziel, die Gesundheit der Patienten zu schützen. Kein Kauf im Internet sollte ohne vorherige Überprüfung der Rechtmäßigkeit der konsultierten Seite getätigt werden. Außerdem sollten die gewissen Vorteile, insbesondere für isolierte Personen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität, nicht über die üblichen Nachteile von Online-Käufen hinwegtäuschen, wie z. B. persönliche Daten, die nicht zu 100 % sicher sind, Versandkosten, die den Endpreis erhöhen, die Risiken des Online-Kaufs außerhalb der Europäischen Union und die Risiken von Fälschungen oder Zollbeschlagnahmungen!

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