Wie verlässlich sind die Apps, die wir jeden Tag nutzen?
Datenschutz auf Smartphones

Wie verlässlich sind die Apps, die wir jeden Tag nutzen?

Viele Nutzer achten oftmals aus Unwissenheit nicht auf den Schutz der persönlichen Daten. Durch einen einfachen Fingerwisch verzichten sie dann auf die App Sicherheit und Instagram, Twitter und Co. wird so der freie Zugriff auf die Kamera, den aktuellen Standort oder auch auf das Adressbuch gewährt. Damit können Apps zur Gefahr für die eigenen Daten werden. Doch was noch viel schwerer wiegt, ist die Tatsache, dass so zudem auch die Hintertür für Cyber-Betrug geöffnet wird.

In Zeiten, wo die Kryptowährungen immer mehr an Bedeutung zunehmen und es hier um viel Geld geht, ist das natürlich ein besonderer Risikofaktor. Viele Nutzer betreiben den Handel über das Handy und lassen dich dabei gerne von Trading Software unterstützen. Die Online-Plattform ETF Nachrichten stellt alle wichtigen Informationen hinsichtlich der Seriosität und Sicherheit bereit.

Apps können Passwörter stehlen

Dass immer wieder Apps auf den Markt schwemmen, die in der Lage sind, Passwörter zu stehlen, ist leider keine neue Information, doch so richtig dramatisch wird das Ganze dann, wenn es diese Apps trotz aller Sicherheitsvorkehrungen im Google Play Store gibt. Hier kam es zu einem Zwischenfall, denn gleich mehrere Apps eines Entwicklers spähten die Facebook-Passwörter der Nutzer aus.

Insgesamt wurden diese seriös wirkenden Apps 6 Millionen Mal heruntergeladen. Natürlich hat Google die Apps entfernt und den Entwickler gesperrt, trotzdem sollten betroffene Nutzer die entsprechenden Apps (PIP Photo, Processing Photo, Rubbish Cleaner, Inwell Fitness, Horoscope Daily, App Lock Keep, Lockit Master, Horoscope Pi, App Lock Manager) unbedingt von ihrem Handy entfernen.

App – Fluch und Segen zugleich?

Auf der einen Seite sind Apps für den täglichen Gebrauch inzwischen unverzichtbar geworden, denn sie sind einfach extrem wichtige Helfer. Doch auf der anderen bieten sie oftmals auch den optimalen Raum für den Datenklau.

Allerdings ist das natürlich kein zwangsläufiges Schicksal, mit dem der Nutzer von Apps nun leben muss. Hier ist Aufmerksamkeit gefragt und man sollte niemals leichtfertig eine App installieren, ohne zuvor genau das Kleingedruckte gelesen zu haben. Zugriffe müssen hier systematisch eingeschränkt werden. Nur so lässt sich die Sicherheit der mobilen Programme wieder herstellen.

Der größte Teil der digitalen Anwendungen ist kostenlos. Bezahlt wird hier deshalb mit der Preisgabe der persönlichen Daten. Daten sind überaus kostbar und in gewisser Weise die Währung des Internets. Apps sind oftmals wirklich unverzichtbar und darüber hinaus auch noch äußerst effizient, doch gleichzeitig sind sie auch emsige Datensammler.

Preisgabe der persönlichen Daten und Privatsphäre

Grundsätzlich ist es schon klar, dass die Daten der App Nutzer dafür dienlich sind, um die App noch nutzerfreundlicher, aufregender und effektiver zu machen, doch nicht selten ist das Interesse der Hersteller nicht nur auf die hierfür wichtigen Funktionen begrenzt. Fakt ist, dass auch sehr viel genutzte und beliebte Apps von sehr zuverlässigen Anbietern viele Daten einsammeln, die eigentlich für die optimale Verwendung der eigentlichen App absolut nicht gebraucht werden. Der Zugriff auf das Handy von den App-Anbietern erfolgt oft vollkommen ungefragt. Häufig passiert das erst im Nachhinein, zum Beispiel nach einem Update.

Aus diesem Grund ist es absolut unerlässlich, die AGB vor dem Herunterladen der entsprechenden App ganz genau zu studieren. Hier steht nämlich schwarz auf weiß, welche Berechtigungen angefordert werden.

Das bedeutet, wer vor dem Download den genannten Nutzungsbedingungen zustimmt, der gewährt hier den Zugriff zu 100 Prozent auf die Daten. Betroffen sein können hier nicht nur die Kontaktdaten, sondern auch Fotos und im schlimmsten Fall auch vertrauliche Daten. Es ist nicht auszuschließen, dass diese dann in falsche Hände geraten.

Damit geht zugleich auch die Gefahr des Identitätsdiebstahls einher. Dank des Zugriffs auf die vertraulichen Daten ist es dann auch möglich, dass Cyberkriminelle im eigenen Namen und auf eigene Kosten ein Profil im Internet erstellen oder die persönlichen Daten für kriminelle Aktivitäten nutzen.

Apps bergen das Risiko von Schadsoftware

Leider besteht beim Herunterladen von nicht seriösen Apps auch ein immenses Risiko, mit Malware, Viren und Trojanern über Fake-Apps infiziert zu werden. Es gibt immer wieder Apps, die nach der Installation im Hintergrund unbemerkt arbeiten und für größere Schäden sorgen. Darüber hinaus gibt es auch Schadsoftware, die beispielsweise heimlich kostenintensive Premium-SMS verschickt.

Wieder andere verfolgen sämtliche Aktivitäten auf dem Handy, das betrifft sowohl Gespräche als auch Passwörter oder Bilder und Daten, die so problemlos abgefangen werden. Ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Risiko besteht aber auch darin, dass solche Apps nach dem Herunterladen sämtliche Daten kopieren, seien es Chatverläufe oder Medikamentenbestellungen im Internet, und diese unberechtigten Dritten zur Verfügung stellen.

Die kritischen Berechtigungsarten von Android

Kurznachrichten senden: Ohne persönliche Zustimmung kann die App SMS senden.

USB-Speicherinhalte ändern oder löschen: Hiermit ist den Apps der Zugriff auf den gesamten Geräte-Speicher erlaubt. Das betrifft dann alle abgelegten Daten wie Bilder, Dokumente, Kontaktdaten und vieles mehr.

Kontakte lesen, meine Kontakte ändern: Das ermöglicht den Komplettzugriff auch alle Kontaktdaten im Adressbuch.

Lesezeichen für Webseiten setzen, Webprotokoll aufzeichnen: Hier gibt es nicht nur den Zugriff auf den Browserverlauf, die URLs und die Lesezeichen, sondern es können sogar Spuren im Web gelöscht werden.

Vertrauliche Protokolldaten lesen: Hier ist es einer App möglich, die Protokolldaten anderer Apps zu lesen. Es gibt wohl keine sinnige Erklärung, warum eine App die Informationen anderer Apps braucht.

Telefonstatus lesen und identifizieren: Hiermit ist der App der Zugriff auf äußerst sensible Daten wie die IMEI-Nummer gewährt, darüber hinaus kann der Nutzer auch jederzeit geortet werden.

Genauer GPS-Standort/ungefährer netzwerkbasierter Standort: Hiermit ist ein umfassendes Berechtigungspaket erteilt, denn theoretisch wäre es nun möglich, dass die App Geheimdiensten ein komplettes Bewegungsprofil liefert. Darüber hinaus liefert sie der Werbewirtschaft Datenmaterial für das Tracking.

Uneingeschränkter Internetzugriff: Diese Zustimmung ist ebenfalls fatal, denn sie lässt zu, dass die App zum einen auf die Internet-Daten des Nutzers zugreifen kann und zum anderen die persönlichen Daten ohne weitere Zustimmung weiterverwendet.

Bekannte Konten suchen: Mit dieser mehr als bedenklichen Zustimmung erhält die App Kenntnis, welche und wie viele andere Benutzerkonten verwendet werden.

App permanent ausführen: Wer dieser Berechtigungsart zustimmt, der sorgt dafür, dass die App sich dauerhaft Speicherkapazität sichert, die eventuell zu Lasten anderer Anwendungen geht.

Bilder und Videos aufnehmen: Leider ist das kein Scherz, hier erhält die App die Berechtigung, mit der eigenen Kamera Fotos und Videos zu erstellen.

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